Brief an die Menschen
Ich möchte euch von meinem Leben erzählen, wie es war, wie es ist und hoffentlich sein wird. Mir geht’s und ging’s immer gut.
Mein Leben begann bei meinen Wurfkisteneltern in Süddeutschland. Von Anfang an war alles sehr sorgfältig geplant. Mama und Papa Bully waren untersucht, geröntgt und sie passten perfekt zusammen. Nach der Zeugung, an die ich mich nicht wirklich erinnern kann, bekam meine Bullymama alles, was man zum gesunden schwanger sein braucht. Wenn sie mal wieder nicht essen wollte, kochte unsere Wurfkistenmama für sie nur die besten Sachen. Was ich so toll fand, meine Bullyeltern lebten zusammen, ich glaube sie waren sogar verheiratet. Alle kümmerten sich rührend um meine Bullymama und langsam zog sie um in das Welpenzimmer. In diesem Raum hatte sie ihre Ruhe, der Raum war hell, sauber, gemütlich eingerichtet und warm. Ihr müsst wissen, ich bin im Oktober geboren und friere nicht gerne. Ich hab schon von bösen Menschen gehört, die heißen Vermehrer und bewahren uns Babys in dunklen, kalten Kellern auf, bis wir endlich ausziehen. Die Vermehrer interessiert es nicht, ob wir Angst haben, hungrig oder krank sind. Da geht es nur ums Geld.
Bei uns war alles anders, es war schön ein Bullybaby zu sein. Unsere Geburt war für die DKFB-Bullymanisten ein Feiertag. In meiner wunderschönen Umgebung wuchs ich in einem Bullydorf auf. Als wir alt genug waren, durften wir Babys mit den anderen Bullys nach draußen in die Natur. Da gab es ne Menge zu sehen, Bäume, Sonne, klitzekleine Käfer, riesige Adler, Geräusche und vor allem Matsch, die armen Keller-Babys werden wohl nie erfahren, wie schön Matsch ist.
Der Nachteil war, dass wir schon früh von unseren Bully-Verwandten lernten , dass es eine Rangordnung gibt und dass man auch als Baby nicht alles darf. Auch nicht Pipi im Haus machen, ich hab es schon mal beim spielen vergessen.
Was ich auch cool fand, war, dass meine Wurfkisteneltern uns nicht so einfach weg gaben.
Nein, einen DKFB-Bully gibt es nur, wenn die neuen Adoptiveltern ihrer würdig sind.
Meine Wurfkisteneltern ließen alle Interessenten antanzen, sie mussten oft mehrere hundert Kilometer fahren. Meine neuen Eltern fuhren nur zum Kennenlernen 1500 km, cool ne.
Das Kennenlernen war schon aufregend, alle meine Bullyfamilienmitglieder waren da und hinter der Pfote wurde entschieden, ob meine eventuellen Adoptiveltern o.k. sind. Es war alles klar, also durfte ich, wenn ich mindestens 8 Wochen alt war und mindestens 3 kg auf die Waage brachte umziehen . Bei den Vermehren fliegt man früher raus, damit neue produziert werden können. Aber wisst ihr, ich brauche meine Mama mindestens so lange, damit sie mich gut auf mein Leben vorbereiten kann.
Ich bin ein Begleithund, d.h., ich begleite meine Menschen - am liebsten überall hin. Ich bin ein kleiner, maximal. 15 kg schwerer sensibler und lustiger Hund. Ich möchte einen festen Platz in meiner Familie. Mit heute so und morgen so tut ihr mir keinen gefallen. Und kommt nie auf die Idee mich in einer Zwinger zu stecken, ich will bei euch sein. Und eins ist auch noch zu sagen: Schreit nicht mit mir, ich bin sensibel. Da ich sehr gelehrig bin und gerne Dinge mit dir erlebe, werde ich dir schon zeigen, wie toll es mit uns Bullys ist. Tja, ein Kläffer, ne das bin ich auch nicht, aber im Notfall verteidige ich lautstark mein Haus, mein Auto, mein Boot und dich, meinen geliebten Menschen.
Oh, noch was fällt mir ein, man sagt uns nach, wir wären große Schnarcher, quatsch, wir DKFB-Bullys sind in der Regel freiatmend , wir können rennen toben und ich mach sogar Agillity.
Was ich auch so gerne mag sind Kinder, ich denke, das liegt daran, dass Kinder auch kleine Engel sind, wie wir Bullys.
Ich bin kernig, brauche und will aber keine Gewaltmärsche, ich will nur bei dir sein. Ob du ein Haus hast oder nur eine kleine Wohnung ist mir sowieso egal, da ich ja eh immer bei dir bin brauchen wir zwei nicht viel Platz, nur Liebe. Auch für die Zukunft, habe ich Wünsche, füttere mich nicht mit Müll, denn das macht mich krank. Sollte ich doch mal krank werden, bitte passe auf mich auf und bleib bei mir. Wenn ich krank werde, rufe bitte sofort meinen Züchter an, der kennt sich aus, weiss was zu tun ist und kann , wenn es erforderlich ist, auch selbst Maßnahmen treffen.
Zum Schluss noch eine Bitte, wenn mein Leben zu Ende geht, lass mich nicht alleine. Bleib bei mir. Nimm mich in den Arm und schau mir in die Augen, denn denke daran, ich kann in deine Seele sehen. Ich brauche dich für meinen letzten Weg so sehr.
Danke ,das wir uns haben, ich hab dich immer lieb mein Mensch.
Dein Bully
© Ute Marx


