Die Französische Bulldogge - eine brachycephale Rasse

Beschreibung des brachycephalen Syndroms

Wir alle haben einen Bully. Und wir lieben unseren Bully ohne Ende. Die meisten von uns wissen, dass unser Bully zu den brachycephalen Rassen gehört. Ich möchte versuchen, Euch an dieser Stelle das "brachycephale Syndrom" zu erklären. Es soll Euch keine Angst machen aber es soll Euch aufklären, damit ihr die Augen immer offenhaltet. "Brachycephal" bedeutet "Kurzschädelig". Unter "Syndrom" versteht man mehrere zusammenkommende Symptome, die im Gesamtbild eine Abnormität (oder ein Krankheitsbild) hervorrufen.

Wir haben sicher alle schon gehört: Eine Französische Bulldogge, die plötzlich und ohne Vorwarnung verstarb und deren Tod allgemein auf eine "Herzattacke" zurückgeführt wurde. Solche Todesfälle, die meist dann auftreten, wenn der Hund sich aufregt, anstrengt oder überhitzt ist, sind gerade deshalb so schrecklich, weil sie so unerwartet kommen. Zwar stimmt es, dass bei diesen Hunden das Herz zu schlagen aufhört; aber könnte das nicht auch die Folge einer anderen Ursache sein? Eine mögliche Ursache für solche Todesfälle kann ein akuter Atemwegkollaps sein.

Normale Funktion des Atemmechanismus:

Durch die Erzeugung von Unterdruck wird durch die Nasenlöcher Luft in die Lunge eingezogen. Beim Einatmen weitet sich der Brustkorb und erzeugt so den dazu nötigen Unterdruck. Dieser geringere Druck im Brustkorb wird ausgeglichen, indem Luft von oben durch die Nasenlöcher die gesamten Atemwege herunter, bis in die Bronchien einströmt. Die Lunge wird aufgeblasen und der Druck in der Brusthöhle gleicht sich dem Außendruck an.

Atemmechanismus bei brachycephalen Rassen:

Während der Einatmung herrscht im gesamten Atemwegsystem ein Unterdruck. Dieser führt zu einem Saugeffekt an den Wänden der Atemwegstrukturen. Diese Kräfte, die die Wände der Atemwege nach innen ziehen, also verengen, verstärken sich, je kräftiger der Hund einatmet. Dabei spielt es keine Rolle, warum der Hund so kräftig atmet. Es ist egal ob der Hund kräftig atmet weil er schwitzt, getobt hat oder aufgeregt ist, der Zug an den Wänden der Atemwege ist stets der gleiche. Besitzer unserer Rasse sollten wissen, wie groß die Gefahr ist, dass sich unsere Hunde überhitzen.

Da der größte Teil der überschüssigen Körperwärme durch die Lunge abgegeben wird, stört jede Beeinträchtigung der Atmung den Wärmeausgleich. Wir sollten wissen, dass schon eine schwere Atmung, egal aus welchem Grund und auch ohne Überhitzung, einen fortschreitenden Atemwegskollaps verursachen kann, die einen Hund mit chronischer Atemwegsblockade ernsthaft schwächen oder sogar zu seinem Tod führen kann.

Die Nasenlöcher:

In der Regel sind die Nasenlöcher groß genug um einen ungehinderten Luftstrom zu gewährleisten, jedoch können diese auch verengt sein. Den Unterschied in der Atmung kann man bei Hunden mit offenen oder verengten Nasenlöchern sehen oder hören. Je kräftiger der Hund zu atmen versucht, desto mehr schließen sich die Nasenlöcher, die sich verhalten wie Ventilklappen und schon bei kleiner Anstrengung verschlossen werden können.