Tierheilpraktiker

Inzwischen schießen ja die sogenannten Tierheilpraktiker wie Pilze aus dem Boden. Jeder an Naturheilkunde Interessierte, der sich an einen Tierheilpraktiker wendet sollte wissen, dass sich jede Person "Tierheilpraktiker" nennen darf.

Es ist weder ein Nachweis für eine Vorbildung erforderlich, noch muss eine anerkannte Prüfung abgelegt werden. Diese selbst ernannten Mitmischer arbeiten neben anderen Dingen mit der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) oder geben an, homöopathisch zu arbeiten. Ich möchte hier auf keinen Fall wirklich gute Tierheilpraktiker angreifen, es gibt sie, Ihr müsst sie bloß finden!! Solltet ihr unsicher sein, ist es immer besser einen Tierarzt aufzusuchen. Viele Tierärzte arbeiten heute schon mit alternativen Heilmethoden.

Ganz wichtig: Infektionskrankheiten gehören niemals in die Hände eines Tierheilpraktikers. Ob er diese erkennt, muss er nirgendwo nachweisen.

Ich möchte an dieser Stelle einmal auf das Thema Homöopathie eingehen und Euch die Wirkungsweise darstellen, wenn es denn richtig gemacht ist.

Wirkungsweise der Homöopathie

Nach der Lehre Hahnemanns kann es keine zwei Krankheiten gleichzeitig im Körper geben. Die jeweils stärkere Krankheit verhindert die Schwächere. Die homöopathisch virtuelle Krankheit besitzt ein höheres Energieniveau und besiegt die natürliche Krankheit. Das ist so zu verstehen, dass die Diagnose nur durch eine Feststellung des Gesamtbildes gestellt werden kann, hierzu gehören beispielsweise auch Charakterzüge, das äußere Erscheinungsbild und ALLE Symptome, auch wenn sie nicht zusammengehörig erscheinen. Um die "homöopathisch virtuelle Krankheit" zu erkennen und die einzig richtige Substanz zu finden, wurde ein umfangreicher Fragenkatalog bezüglich der Anamnese erstellt. Dieser Fragebogen muss ausführlichst ausgefüllt werden, damit dann von Seiten des Homöopathen "repertorisiert" werden kann und er letztlich das eine Mittel findet, das für alle Merkmale einsetzbar ist. Dieses ist das sog. "Konstitutionsmittel", was auch als "personotropisches Homöopathika" bezeichnet wird, da, wie oben beschrieben, der Patient in umfassender Weise unter Berücksichtigung seiner individuellen Befindlichkeit erfasst wird. Sie werden als "Königsweg" bei langwierigen, chronischen Erkrankungen beschrieben. Hier ist eine Gabe in hohen Potenzen ab D 30 oder sogar in LM-Potenzen erforderlich.

Da gibt es zum Beispiel homöopathische Präparate von Nux vomica, die Brechnuss. Die kleinen Kügelchen können Übelkeit vertreiben. Ausgerechnet die Brechnuss soll Übelkeit vertreiben? Genau hierin liegt ein Grundsatz der Homöopathie: "Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt", hat der Begründer Samuel Hahnemann vor rund 200 Jahren gesagt. Haben wir in diesem Falle ein akutes alleiniges Symptom, wird dieses in einer geringeren Potenz verabreicht.

Homöopathische Arzneimittel bestehen daher häufig aus Substanzen, die ähnliche Symptome hervorrufen können, wie sie für die Krankheit typisch sind. Also wird bei Schnupfen ein Extrakt aus Zwiebeln eingesetzt, der normalerweise die Augen tränen und die Nase rinnen lässt; oder bei Unruhe und Schlafstörungen ein Extrakt aus Kaffee. Beides allerdings sehr stark verdünnt.

Starke Verdünnungen sind typisch für homöopathische Arzneimittel. Oft sind nur mehr Spuren der Ausgangssubstanz enthalten, manchmal ist sie wissenschaftlich nicht mehr nachweisbar. Das wird von Kritikern bemängelt. In homöopathischen Arzneimitteln seien keine wirksamen Substanzen enthalten, heißt es. Dem halten die Homöopathen entgegen, dass es nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität eines Heilmittels ankomme. Durch die Verdünnungen wird die Wirkung des Heilmittels nicht schwächer, sondern stärker - sie wird "potenziert".

nux vomica

Interessant ist die Studie eines englischen Forschungsteams, in welcher homöopathische Simulatoren gebaut wurden. Sie konnten mit bestimmten Kombinationen eine homöopathische Information auf ein neutrales Medium übertragen. Hier wurde eindeutig eine spezifisch heilsame Wirkung nachgewiesen. Dadurch wird bestätigt, dass die Essenz des Mittels wie eine kristalline Struktur zu verstehen ist, welche sowohl Wasser, Alkohol oder Milchzucker prägen kann.

Die Aufgabe eines Immunsystems besteht darin, systemfremde Elemente aufzuspüren und zu eliminieren. Dieser Prozess wird durch die Homöopathie gefördert. Die Gabe einer homöopathischen Dosis ist vergleichbar mit einer Impfung in wesentlich abgeschwächter Form. So wird beispielsweise bei Allergien eine homöopathische Dosis die Überreaktion des Immunsystems wesentlich vermindern. Die gleiche Substanz die Auslöser der Allergie ist, wird in homöopathischer Gabe die Heilung oder Linderung hervorrufen. Die Wirkung auf das Immunsystem ist eine reine Information, wobei das Mittel als solches inaktiv ist.

Erstverschlimmerung

Nach der Gabe eines Homöopathischen Mittels kann es zu sogenannter Erstverschlimmerung kommen, insbesondere, wenn es sich um eine lang anhaltende chronische Erkrankung handelt. Auch alte Symptome können während dieser Erstverschlimmerung wieder auftreten. Dies deutet darauf hin, dass die Lebenskraft des Patienten noch immer die Last vergangener Krankheiten zu tragen hat, weil diese nur unterdrückt und nicht geheilt waren. Homöopathie ist dafür bekannt, Unterdrückungen und Blockaden zu beseitigen. Während der homöopathischen Erstverschlimmerung kann es zu starkem Schwitzen oder erhöhtem Harndrang kommen, zu Erbrechen, Durchfall oder Hautreaktionen.

Dies ist als eine Tiefenreinigung des Körpers zu betrachten, während sich der Patient schon besser fühlt, obwohl noch keine sichtbaren Zeichen der Linderung eingetreten sind. Eine sogenannte Erstverschlimmerung zeigt dem Therapeuten, dass er mit der Mittelwahl richtig liegt. Für den Patienten macht sich eine Erstverschlimmerung wie folgt bemerkbar: Wiederaufflammen der Symptomatik innerhalb der nächsten drei Tage nach Gabe des homöopathischen Mittels, die Symptome bessern sich und verschwinden in einem Zeitraum von 24 Stunden und sind nie so schlimm wie sie schon einmal waren.

cardiospermum

Durch das nochmalige körperliche Durchleben der Symptomatik wendet sich das Krankheitsbild zu einer raschen Genesung. Sollte die Erstverschlimmerung beunruhigende Formen annehmen oder zu lange anhalten (viele Stunden), ist unbedingt einen Tierarzt aufzusuchen! Eine Verschlimmerung der Symptome kann außer einer Erstverschlimmerung auch eine echte Verschlimmerung der Krankheit sein, weshalb man Verschlimmerungen nach der Einnahme von homöopathischen Mitteln nicht ausnahmslos als gutes Zeichen werten darf. Eine Erneuerung von zerstörten Organen oder Zellen ist auch in der Homöopathie nicht mehr möglich.