Eddie
Am Samstag, den 5.2.2005 spät abends, erhielten wir einen verzweifelten Anruf des Tierschutzvereins Marbach. Dort hatte man Eddie, eine Französische Bulldogge, abgegeben. Da die Helfer sich mit der Rasse nicht auskannten, wollten sie die Übernahme ablehnen, da aber der Besitzer damit drohte ihn "irgendwo laufenzulassen" nahmen sie ihn dann in ihre Obhut. Eddie bekam kaum Luft, knickte permanent mit den Hinterläufen um und hatte völlig verkrüppelte Vorderläufe. Der von der Tierhilfe kontaktierte IKFB hatte "kein Interesse" an dem Kleinen, da nicht nachzuweisen war, dass es ein IKFB-Bully war. Der Tierhilfe wurde der Rat gegeben, ihn einschläfern lassen. Daraufhin kontaktierte die Frau von der Tierhilfe Marbach den noch jungen und kleinen DKFB, mit damals 11 Mitgliedern. Die Frau von der Tierhilfe war völlig verzweifelt, weil er zu ersticken drohte. Wir setzten uns nachts ins Auto und für uns stand fest, dass wir den Kleinen holen würden, und versuchen wollten, ihm zu helfen. Wir waren entsetzt, als wir seine Atemnot sahen und bei der Fahrt im Auto habe ich Blut und Wasser geschwitzt, dass er mir nicht kollabiert, da zu seiner Atemnot ja auch noch der Stress für den Kleinen hinzukam. Da wir derzeit Welpen im Hause hatten, war eine Aufnahme durch uns also nicht möglich, Melanie, bei der wir dann nachts um 2.00h ankamen, konnte Eddie vorübergehend bei sich aufzunehmen.
Eddie wurde gründlichst untersucht und geröntgt, der Befund ergab schwerste orthopädische Veränderungen, die dem Kleinen große Beschwerden verursachten und ein zu großes und dazu noch angeschwollenes Gaumensegel. Er hatte im Alter von 6 Monaten bereits eine so schwere Patellaluxation, dass er praktisch immer wie "im Handstand" lief, um seine Hinterbeine zu entlasten. Dementsprechend waren auch seine Vorderbeine schon verkrüppelt. Die erste Untersuchung, eine Endoskopie, verlief fast tödlich. Melanie und ich standen nur daneben und haben geheult wie die Schlosshunde. Obwohl er 20 Stunden nüchtern war, erbrach er sich während der Narkose und es ist nur dem ruhigen eingreifen von Dr. Fink zu verdanken, dass er überlebte. Da unverständlich war, dass er trotz Nüchternheit erbrochen hatte, wurden die Speiseröhre und der Magen untersucht. Dabei hatte sich herausgestellt, dass aufgrund einer Missbildung die Nahrung nicht komplett in den Magen geht, sondern Reste in der Speiseröhre verblieben sind. Danach ließen wir das Gaumensegel kürzen, was ihm dann eine weitestgehend normale Atmung ermöglichte. Das Problem mit der Speiseröhre haben wir insoweit in den Griff bekommen, dass er nun viele kleine Mahlzeiten zu sich nimmt. Er bekam Zusatzstoffe für die Gelenke und das Bindegewebe, damit eine Patella-Operation so lange wie möglich hinausgeschoben werden konnte. Nach der Gaumensegel-Operation durfte Eddie in sein neues Zuhause einziehen, das wir sehr schnell mit Hilfe eines unserer Welpenkäufer gefunden hatten.
Brutus wie er dann hieß, lebte in der Gegend um Lehrensteinsfeld in mitten von Weinbergen und Feldern, trotz seiner Handicaps genoss er dort sein neues Leben in vollen Zügen, geliebt und umhegt von seinen Adoptiveltern, er bewies dort aber auch, dass er ein kleiner Kämpfer war, denn er erlangte durch Training und viel Geduld sogar eine gewisse Fitness, die seine Lebensqualität natürlich noch zusätzlich erhöhte.
Leider erlitt EDDIE am 02.07.07 völlig unerwartet einen Schlafanfall und verstarb trotz sofortiger Einlieferung in eine Tierklinik viel zu früh im Alter von nur drei Jahren.
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