Kalle und Mimi
Die Geschichte des damals ca. fünf jährigen Carlos begann für uns im Juli 2007 ,mit dem Anruf einer Frau aus Regensburg, sie hatte vor kurzem ihren Bully verloren, da Sie etwas Gutes tun wollte suchte sie einen "Notbully" und fand ihn in DHD, nach telefonischem Kontakt, fuhr Sie von Regensburg nach Bremen um Carlos ab zuholen, dort fand sie furchtbare Umstände vor, alles war verdreckt und die Nägel des kleinen wuchsen ins Endlose, was auf sehr wenig Auslauf hindeutete, aber ansonsten machte er einen agilen Eindruck, die Frau zahlte dann die vereinbarten 350€ und machte sich wieder auf den Heimweg, den Carlos auch gut überstand.
Zuhause angekommen wurde er aber immer ruhiger, fast apathisch, was vermuten ließ, dass er vor seiner Abholung ein Aufputschmittel bekommen hatte, später stellte sich heraus, dass die Frau auf einen Händler aus Osteuropa hereingefallen war, der vermutlich seine "unbrauchbar" geworden Zuchttiere unter dem Deckmäntelchen "Notbully" an gutgläubige Tierfreunde verhökerte.
Carlos litt sehr stark unter Hitze, röchelte und schien ständig unter Atemnot zu leiden, er konnte deshalb auch nur unter größter Anstrengung Treppen steigen, was auf Grund der in der 3. Etage gelegenen Wohnung seiner neuen Besitzerin ein Riesenproblem darstellte, besonders weil ihn die Frau auch nicht dreimal täglich nach unten und wieder hoch tragen konnte, also wand sie sich an den DKFB und übereignete ihn schweren Herzens an uns.
Carlos wurde dann umgehend abgeholt und von einem Vereinsmitglied vorübergehend in Pflege genommen, bei seiner gründlichen Untersuchung bei Dr. Fink wurden die schlimmen Befürchtungen wahr und wurden sogar noch übertroffen, seine Nasenlöcher waren nur schmale Schlitze, sein Gaumensegel war so vergrößert, dass bei der Untersuchung zwischen ihm und der Zunge, nicht einmal ein Spalt zu sehen war außerdem hatte er einen Knick in der Luftröhre, dies alles erklärte auch die extremen Verhaltensweisen von Carlos beim Ausruhen und Schlafen, er schlief nämlich in fast sitzender Haltung, die sonstigen Untersuchungen, Herzultraschall und großes Blutbild brachten keine weiteren, bösen Überraschungen.
Carlos wurde kurze Zeit später operiert, die Nasenlöcher wurden geweitet, das Gaumensegel gekürzt und eine Kastration wurde durchgeführt, unser kleiner Patient erholte sich in der Obhut seiner Pflegeeltern erstaunlich schnell, er erlebte plötzlich ganz banale Dinge, wie zum Beispiel Schnüffeln im Gras und schlafen in allen nur denkbaren, liegenden Körperhaltungen, was ihm vorher gar nicht möglich war, während er bei seinem täglichen Training, immer mehr Kondition aufbaute, fand sich in der Zwischenzeit ein schönes Zuhause in Berlin und nach einer gründlichen Platzkontrolle durch eines unserer Mitglieder, zog Kalle, wie er dort heute gerufen wird, Ende August um, er lebte dort an der Seite einer Englischen Bulldogge, in einem Haus mit Garten das in einer ländlichen Gegend der Hauptstadt liegt und genoss sein Bullyleben mit einem völlig neuen Lebensgefühl, er kann nämlich jetzt alles tun, was ein gesunder Bully liebt und braucht um glücklich zu sein, er tobt, macht lange Spaziergänge und kann dabei vor allem frei atmen.
Leider verstarb im Frühjahr 2008, Kalles Freund und Begleiter, die Englische Bulldogge, da er aber nicht lange alleine bleiben sollte, meldete sich sein Herrchen umgehend bei Gisa und wie es der Zufall so wollte, kam kurze Zeit später der Hilferuf einer Frau, die auf Grund Ihrer privaten und familiären Situation ein zehn Monate altes Bullymädchen abgeben musste, nach einigen Telefonaten und ihrer Übereignung an den DKFB wurde Madonna von Kalles Adoptivpapa direkt in Frankfurt abgeholt.
Bei einem kürzlich geführten Telefonat, erzählte der überglückliche Besitzer, dass sich alle bestens verstehen, Mimi, wie sie jetzt gerufen wird ist äußerst agil und genießt zusammen mit Kalle, für den sie anscheinend ein kleiner Jungbrunnen ist, ihr neues Zuhause mitten in der Natur in vollen Zügen.
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