Kari
Kari ist eine Hündin, die von einem "Züchter" für seine Zucht nicht mehr gebraucht wurde. Sie kam im Alter von zwei Jahren mit einer Kaiserschnittnarbe zu uns.
Ich fuhr mehrere hundert Kilometer, um sie bei einem, ich bezeichne es als "Strohmann" abzuholen. Nur dadurch, dass sich diese Person selbst verriet, wusste ich, von welchem Züchter die Hündin stammt. Es war ein großes Bedürfnis der anderen Seite, dass ich keinerlei Kenntnis darüber erhielt, woher Kari stammt. Man gab mir auch keinen Impfausweis mit woraus diese Angaben hätten entnommen werden können.
Ich packte Kari ins Auto und trat den weiten Heimweg an. Die Fahrt mit Kari war für mich eine einzige Angstpartie. Sie litt unter einem ausgeprägten brachyzephalen Syndrom und ihr starkes anhaltendes Röcheln begleitete und beängstigte mich die ganze Fahrt.
Im Vorfeld hatte ich mich um eine vorübergehende Pflegestelle bemüht, die ich bei Babsi und Dennis gefunden habe. Die beiden nahmen Kari liebevoll auf. Auch dort zeigten sich selbst in Ruhe die starken Atemprobleme dieser kleinen Hündin, die auch sonst kein gesundes Allgemeinbefinden zeigte.
Nach kürzester Zeit bei Babsi und Dennis erhielt ich nachts einen Anruf, dass Kari sehr hohes Fieber hatte. Unverzüglich wurde sie in einer Tierklinik vorgestellt. Dort wurde eine eitrige Gebärmutterentzündung diagnostiziert.
Sie befand sich in einem sehr schlechten Zustand, mit einem Klinikaufenthalt und langanhaltenden Infusionen konnten wir Kari am Leben halten. Eine Operation (Kastration) war zu diesem Zeitpunkt wegen ihres schlechten Allgemeinbefindens nicht möglich.
Nachdem Kari sich langsam erholte und ihr Zustand sich verbesserte konnten wir sie in ein neues Zuhause vermitteln. Überglücklich war ich, als Moni, die schon einen Notbully des DKFB bei sich aufgenommen hat, sich meldete und Kari zu sich nehmen wollte.
Im Vorfeld sprachen wir ab, was bei Kari noch alles gemacht werden musste, um ihr ein einigermaßen lebenswertes Leben zu ermöglichen. Im Juni 2008 zog Kari in ihr neues Zuhause in Mönchengladbach und wurde liebevoll von ihrer neuen Familie aufgenommen.
Einen Monat später wurde Kari in einer Klinik vorgestellt. Eine Endoskopie der oberen Luftwege ergab Granulome an beiden Stimmtaschen und ein sehr fleischiges hypertrophes (großes) Gaumensegel. Dieser Befund war keine Überraschung und im Vorfeld war schon abgesprochen worden, dass im Anschluss an diesen Befund eine Kürzung des Gaumensegels vorgenommen werden sollte.
Nach einigen Tagen Klinikaufenthalt ging es Kari wieder gut und konnte von Moni abgeholt werden. Da Kari Inkontinenz, besonders nachts zeigte, gaben wir einen Ultraschall in Auftrag. Der Befund zeigte eine stark abgeflachte Blase, die die Inkontinenz erklärte. Mit einer homöopathischen Behandlung war das recht gut in den Griff zu bekommen.
Ein paar Monate später musste das kleine Mädchen nochmals zur Kastration in die Klinik. Auch diese OP hat Kari gut überstanden.
Leider konnte ihr die Gaumensegel-OP nur etwas mehr Lebensqualität wiedergeben, jedoch ist es heute kein Vergleich mehr zu dem Zustand, in dem sie zu uns kam.
Auch hier wurden alle Kosten für die Eingriffe von unserem kleinen Verein übernommen.


