Nico
Nico war bei seiner Vermittlung erst ca. 10 Monate alt und der erste Teil seiner Geschichte ist wirklich mehr als traurig.
Er wurde scheinbar aus einer Laune heraus von einem jüngeren Paar Anfang 2008 bei einem dubiosen Züchter in Norddeutschland erworben. Als es kurze Zeit später in der Beziehung zu kriseln begann, kam Nico im Alter von nur drei Monaten zu einem Ehepaar in Pflege. Anfangs kamen seine Besitzer noch regelmäßig für seinen Unterhalt auf. Leider bekam er dann öfters epileptische Anfälle und musste medikamentös eingestellt werden, auch die dabei entstandenen Kosten wurden anfangs noch von den Besitzern übernommen. Im Laufe der Zeit wurden die Zahlungen und auch die Kontakte zwischen ihnen und der Pflegestelle aber immer seltener und die Besitzer legten Nicos Pflegemama nahe, ihn einfach zu verkaufen um mit dem Erlös die noch ausstehenden Kosten zu begleichen.
Zuerst wollte die Frau Nico gerne behalten, aus persönlichen Gründen war ihr das letztendlich aber nicht möglich. So entschloss sie sich für Nico ein neues Zuhause zu suchen, was sich natürlich auf Grund seiner Erkrankung sehr schwierig gestaltete und misslang.
Zu Nicos Glück fand sie aber über das Internet den DKFB. Sie nahm Kontakt mit uns auf und schilderte Nicos Fall. Zugegebener Maßen ist es immer schwierig einen kranken Bully zu vermitteln, besonders wenn es sich um Erkrankungen handelt mit denen nicht jeder umgehen kann. Obwohl Nico zu diesem Zeitpunkt schon über längere Zeit anfallsfrei war, musste sein neues Zuhause zu hundert Prozent passen.
Genau an diesem Punkt hat sich das Blatt des kleinen Notbullys gewendet, denn keine Stunde später, klingelte erneut das Telefon. Am anderen Ende war eine Frau, die gerne in die Warteliste für Notbullys aufgenommen werden wollte.
Sie erzählte, dass Sie und ihre Familie schon immer Nottiere bei sich aufgenommen haben und im Besonderen Bulldoggen und andere molosserartige Hunde lieben.
Während des Telefonats kam auch Nico zur Sprache und die Frau versicherte, dass sein Handicap kein Grund wäre, ihn nicht bei sich auf zunehmen. Außerdem wäre er nie lange alleine, da Sie nicht mehr berufstätig sei.
Als die nette Frau dann auch noch erwähnte, dass ihre Tochter Tierarzthelferin sei, drängte sich uns fast der Verdacht auf, dass dieser Anruf ein Wink der kleinen Bullygeister war.
Alles was dann ablief ist ein Beispiel dafür, welchen Rückhalt und Stellenwert das "Projekt Notbully" innerhalb des DKFB und bei seinen Mitgliedern hat.
Als Nico nämlich nach einigen weiteren Telefonaten übereignet war, nahm sofort ein Mitglied persönlichen Kontakt zu seiner Pflegestelle auf und erklärte sich bereit den Transport, der mit Hin- und Rückfahrt immerhin eine Strecke von mehr als 350km bedeutete, zu übernehmen. Auch die Platzkontrolle, die übrigens sehr positiv verlief, wurde von zwei weiteren Mitgliedern so schnell es möglich war durchgeführt. Da die Zeit auf Grund unschöner Vorkommnisse in der Pflegestelle drängte, wurde Nico nur eine Woche später in sein neues Zuhause gebracht.
Dort lebt er jetzt in Mitten eines kleinen Zoos auf dem Lande, mit Pferden, Ziegen, Hühnern, Enten und Gänsen, nicht zu vergessen dem Hängebauchschwein Heinrich. Aber das Größte ist für ihn, dass er dort zwei Bordeauxdoggen- Mädchen an seiner Seite hat, die ihn anscheinend trotz ihrer Größe im Glauben lassen, der Hahn im Korb zu sein und ihn mit seinem Machogehabe gewähren lassen.
Wir finden Nico hätte es nicht besser treffen können! Er lebt seit September 2008 bei seiner neuen Familie, bekommt seine Medikamente, für die der DKFB aufkommt und hatte auch dort bisher keine weiteren Anfälle.
Bei regelmäßigen Telefonaten mit seiner "Mama" hören wir immer wieder, dass Nico in typischer Bullymanier seine Familie inklusive Umfeld durch Verbreitung guter Laune be- und verzaubert.
Nico war übrigens der erste Notbully der Pateneltern bekam. Diese halten in regelmäßigen Abständen den Kontakt zwischen dem neuen Zuhause und dem Verein.


